Informationsmedizin · Dr. Gunter Petry

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Spiegelartikel Nr 44/ 25.10.04 (Auszug)

Leserbrief von Dr. Gunter Petry

DER SPIEGEL 44/2004 - 25. Oktober 2004
URL: http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,324872,00.html
Auszug

Abstract

Die eingebildete Heilung

Die größten Akupunkturstudien der Krankenkassen haben eine sensationelles Ergebnis gebracht: Die Nadelstecherei wirkt tatsächlich – doch es ist egal, wo man hinsticht. Sind die Erfolge der chinesischen Heilkunst nur auf einen gigantischen Suggestionseffekt zurückzuführen?

In einer groß angelegten Studie mehrer Krankenkasse („German acupuncture trials“) sollte untersucht werden, ob die fernöstliche Nadelstecherei tatsächlich wirkt. Schmerzpatienten wurden hierbei zwei Gruppen zugeteilt. Die erste Gruppe wurde nach einem chinesischen Orginalverfahren gestochen. Auf die zu stechenden Punkte hat sich zuvor eine Gruppe deutscher Akupunkteure geeinigt. Bei einer zweiten Gruppe – wurde ohne deren Wissen – eine Scheinakupunktur durchgeführt. Hierbei wurden frei erfundene Akupunkturpunkte gestochen, die von original chinesischen Akupunkturpunkten ein einige Zentimeter entfernt waren. Eine Kontrollgruppe wurden nach den Standardregeln der Schulmedizin mit Schmerzmitteln behandelt. Zur Behandlung kamen Patienten mit chronischen Knie- bzw. chronischen Rückenschmerzen.

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Ergebnis:

 

Akupunktur wirkt, viel besser sogar als die Schulmedizinische Therapie – doch Scheinakupunktur wirkt genauso gut wie das chinesische Original. Ist es bei der hohen Kunst der Akupunktur also egal, wohin man sticht? Hat die Gerac-Studie die chinesische Yin-Yang-Philosophie als bloßen Budenzauber entlarvt? Andererseits: Sind die Ergebnisse nicht auch für die Schulmedizin peinlich?

Verbirgt sich hinter den Heilerfolgen der Nadelstecher nur Suggestion, also eine Art gigantischer Placeboeffekt?

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